Studienfinanzierung

Wir und die Studienfinanzierung

Alternativen zum Nebenjob

Dass das Studium im Allgemeinen nicht günstig ist und dass Arbeit und Studium nicht immer leicht vereinbar sind, ist längst bekannt. Auch, dass daher viele Studierende auf Unterstützungen bei der Finanzierung ihres Studiums zurückgreifen müssen, ist nicht verwunderlich. In Köln werden zurzeit über 16.000 Studierende gefördert. Auch mit Hilfe von Studienkrediten oder Stipendien können sich viele Studierende ihr Studium finanzieren. Wir von den UNABHÄNGIGEN an der Uni Köln setzen uns dafür ein, dass mehr Studierende finanzielle Unterstützung erhalten, sodass eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten niemanden von einem Studium an einer Hochschule fernhalten.

BAföG

Wenn es um Studienfinanzierung geht, ist wohl das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, die wichtigste der Möglichkeiten. Rechtsanspruch auf BAföG haben Studierende, für deren Lebensunterhalt und Ausbildung erforderliche Mittel anderweitig nicht verfügbar sind. Voraussetzung für die Beantragung von Leistungen ist jedoch die Immatrikulation an der Uni.
Die Höhe der Förderung ist von vielen Faktoren abhängig, wobei das eigene Einkommen, sowie das der Eltern bzw. Ehepartner die größte Rolle spielt. Daneben zählen unter anderem auch Familiensituation, Vermögen und Unterhalt in die Berechnung der Höhe der Förderung mit ein. Die Höchstgrenze liegt bei 670 € im Monat.
Die Leistungen werden ab dem Monat der Antragsstellung gewährt und sind auf ein Jahr bewilligt, bevor man einen erneuten Antrag stellen muss. Ab dem fünften Semester muss man dann ebenfalls einen Leistungsnachweis erbringen, um die Fortsetzung der Leistungen zu beantragen.
Momentan sind die Leistungen des BAföGs zur Hälfte ein Zuschuss des Staates, die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen. Die Rückzahlung beginnt dann in der Regel fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer (und nicht nach Beendigung des Studiums!). Dabei beträgt die Höhe der Rückzahlungssumme höchstens 10.000 €.
Für alle Fragen und Angelegenheiten bietet das Kölner Studierendenwerk zweimal die Woche Beratungen an. Daneben bietet auch der AStA eine unabhängige Beratung für alle Studierende an. Wir setzten uns dafür ein, dass das Kölner Studierendenwerk die nötigen Mittel vom Land NRW gezahlt bekommt, sodass BAföG-Anträge möglichst schnell bearbeitet werden können. Wir finden es inakzeptabel, dass manche Studierende kurzfristig Kredite beantragen müssen, da zu Semesterbeginn zu wenige Sachbearbeiter mit zu vielen Anträgen beschäftigt sind.

Stipendium

Das Stipendium hat bei vielen den Ruf, dass es nur für “Streber“ zu bekommen sei. Doch das stimmt so nicht. Es gibt zahlreiche Stipendien von Stiftungen, Parteien, Kirchen, Staat, Wirtschaft und Gewerkschaften. Des Weiteren gibt es private Stiftungen, die nicht von gesetzlichen Förderungsregeln abhängig sind. Ein Beispiel hierfür ist die Hans-Böckler-Stiftung, welche Studierende ab dem ersten Semester fördert. Seit 2011 gibt es auch das Deutschlandstipendium. Dabei werden monatlich 300 € mindestens zwei Semester lang bezahlt. Voraussetzungen hierfür sind jedoch sehr gute universitäre- bzw. schulische Leistungen und teilweise auch weitere Kriterien.
Uns UNABHÄNGIGEN ist es wichtig, dass vermehrt Stipendien vergeben werden, die ihren Fokus nicht auf universitäre Leistungen legen. Es fällt Studierenden mit einem sicheren finanziellen Hintergrund oft leichter, gute universitäre Leistungen zu erbringen, sodass Stipendien, die ihren Fokus nur auf solche Leistungen legen, zu selten an Studierende gehen, die tatsächlich finanzielle Unterstützungen benötigen könnten.

Studienkredit

Eine weitere Möglichkeit für Studierende ist die Aufnahme eines Studienkredits. Dabei sollte man jedoch immer zuerst die vorher genannten Möglichkeiten prüfen, da ein Studienkredit teurer ist. Der so genannte „Bildungskredit“ der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umfasst bis zu 24 Monatsraten mit je 300 €. Dieser Kredit kann zusätzlich zum BAföG in Anspruch genommen werden, wird jedoch im Gegensatz dazu verzinst. Somit ist die Rückzahlungssumme höher als die Kreditsumme. Der Studienkredit wird maximal bis zum 36. Lebensjahr und auch nur bis zum 12. Hochschulsemester gewährt.
Auch private Banken bieten Kredite für Studierende an. Hauptvertreter sind vor allem die Deutsche Bank und die Postbank, sowie einige Sparkassen und Volksbanken. Dabei unterscheiden sich jedoch die Modelle der einzelnen Banken sehr, was den Zinssatz, die Aufnahme- und Rückzahlungsbedingungen, sowie die Höhe des Kredits angeht.
Weiter hilft die Darlehenskasse der Studentenwerke in NRW, die bedürftige Studierende in der zweiten Hälfte des Studiums unterstützt. Die durchschnittliche Darlehenshöhe hierbei lag im vergangenen Jahr in Köln bei 6371 €, wobei 140 Studierende unterstützt werden konnten. Die Rückzahlung ist zinslos und beginnt 12 Monate nach der letzten Rate, wobei eine Ratensenkung möglich ist. Dieses Darlehen finden wir sehr begrüßenswert und fordern daher die Erhöhung des Darlehenstopfs.

Wohngeld

Wohngeld ist eine weitere Option, vor allem für Studierende, die kein BAföG beziehen können. Dies bezieht sich jedoch nicht auf Studierende, die nur wegen Unterhaltsansprüchen gegen die Eltern oder ausreichenden Vermögens keine BAföG-Leistungen erhalten. Das Wohngeld wird beim Sozialamt oder bei der Wohngeldstelle beantragt und wird ebenfalls wie BAföG ab dem Monat der Antragsstellung gewährt. Die Höhe variiert jedoch in Abhängigkeit des eigenen Einkommens und oft auch des Einkommens derjenigen, mit denen man zusammenwohnt. Bei der Antragsstellung sollte man jedoch auf jeden Fall den Bescheid des BAföG-Amtes mitnehmen, als Nachweis, dass man eben KEIN BAföG (mehr) erhält.

Kommentare sind geschlossen